Priesterseminare Ein Tag im Seminar in Wigratzbad

Das Internationale Priesterseminar St. Petrus in Wigratzbad ist das erste Priesterseminar der gleichnamigen Bruderschaft. Es liegt in mehrfachem Grenzgebiet: Im innerdeutschen Grenzgebiet zwischen Bayern und Schwaben und in geringer Entfernung zu den Grenzen der Nachbarländer Österreich und Schweiz.

 

 

 

6h00: Aufstehen

Wenn in den Gängen und Fluren des Seminars das Zeichen zum Aufstehen erklingt, ist es sechs Uhr früh, und die Seminaristen haben 25 Minuten, um den neuen Tag zuerst mit einem kurzen Gebet ihrem Schöpfer zu widmen, sich zu waschen und anzuziehen, um dann ihren Platz in der Kirche einzunehmen für die erste Hore des Tages.

 

6h25: Laudes

In dem Maße, in dem das Leben des Priesters dazu dient, den Menschen mit Gott zu vereinen, müssen die Seminaristen als zukünftige Priester voll Eifer danach trachten, sich mit ihrem ganzen Wesen Gott zuzuwenden. Auch der einzelne Tag beginnt mit dem Lobgebet, der Laudes. Auf diese Hore folgt (gegen 6.45 Uhr) eine halbstündige Betrachtung oder persönliches Gebet.

7h15: Messe und Danksagung

Nach der Betrachtung und dem Gebet beginnt die Kommunitätsmesse: eine gesungene an Festen zweiter Klasse und an den ersten Freitagen des Monats, ein Hochamt an Festen erster Klasse. In dieser Zeit lesen die Priester des Seminars ihre Privatmesse in der Kapelle des Seminars oder in der benachbarten Kapelle.

8h00: Frühstück

Nachdem die Seele ihre Nahrung gefunden hat, kommt auch der Leib zu seinem Recht, damit er gesund bleibe. Mens sana in corpore sano – ein gesunder Geist in einem gesunden Körper – sagt das Sprichwort. Um nach der heiligen Kommunion die Sammlung zu wahren, wird das Frühstück im Schweigen eingenommen (zw. 8.00 und 8.30 Uhr).

8h40-12h00: Vorlesungen

Die ersten Vorlesungen beginnen um 8.35 Uhr und dauern jeweils 45 Minuten. Es gibt verschiedene Jahreskurse: ein Jahr Spiritualität, zwei Jahre Philosophie, vier Jahre Theologie. Die Ausbildung ist straff und intensiv: Philosophie, Theologie, Exegese, Liturgie, Kirchengeschichte, Kirchenrecht, Latein, Griechisch…

12h15-12h30: Sext

Am Mittag versammelt sich die Kommunität wieder, um in der Seminarkapelle die Sext und den Angelus zu beten.

12h30: Mittagessen

Es wird, wie auch die anderen Mahlzeiten, für gewöhnlich im Schweigen eingenommen, außer an Sonn- und Feiertagen, sowie auch am Mittwoch. Das Schweigen dauert bis zum Nachtisch, und der Lektor liest der Gemeinschaft aus einem Buch vor, das ein Professor ausgewählt hat.  Meistens fällt die Wahl auf eine erbauliche Lebensbeschreibung  (mittags) und auf eine Heiligenvita (abends).

13h05–14h00: Rekreation

Die Stunde nach dem Mittagessen ist der Erholung gewidmet: die Seminaristen gehen in Ruhe spazieren, unterhalten sich, lesen Zeitung oder spielen Tischfußball, Tischtennis u.a.

14h00-18h00: Studium

Der Nachmittag ist meistens dem persönlichen Studium vorbehalten; manchmal gibt es auch Kurse zu besuchen. An den Wochentagen und während des Studienjahrs arbeiten die Seminaristen in ihren Zimmern, in der Bibliothek oder bekommen noch Sprachunterricht (Latein zu Beginn des Studiums, dann Griechisch und schließlich, für einige wenige, Hebräisch).
Die Studienzeit wird um 16 Uhr für 15 Minuten unterbrochen, wenn sich, wer möchte, zum gemeinsamen Kaffee trifft; selbstverständlich ist in dieser Zeit auch das Schweigen aufgehoben.

18h30: Vesper

Der Arbeitstag geht zu Ende, es ist 18 Uhr : die Seminaristen des ersten (propedeutischen) Jahres  sammeln sich in der Kirche zur Betrachtung, dessen Thema die Berufung zum Priestertum ist. Es sind Augenblicke der stillen Hingabe an Gott im Gebet.

Um 18.30 Uhr kommt die übrige Seminargemeinschaft hinzu, um – vereint mit der ganzen Kirche – die Vesper zu singen, an deren Stelle am Mittwoch der Rosenkranz tritt, und am Donnerstag die Sakramentsandacht.

19h00: Abendessen

Wie das Mittagessen, so wird auch das Abendessen im Schweigen eingenommen, untermalt von der Lektüre aus dem Leben eines Heiligen.

19h40: Rekreation

Auf die Abendrekreation folgt zweimal in der Woche der geistliche Vortrag eines Priesters aus dem Seminar oder von auswärts.

20h45: Komplet und großes Schweigen

„Bevor man sich unter den Sternen schlafen legt…“, versammelt sich das ganze Seminar,  um zu singen und Gott zu bitten, und auch um Ihm die Sünden zu bekennen und noch einmal Dank zu sagen. Die Komplet ist das Offizium, das den Tag abschließt und das „große Schweigen“ der Nacht eröffnet. Diese letzten kostbaren Augenblicke in der Dunkelheit sind dem Herrn und der Muttergottes vorbehalten: ihnen fliegen die Gedanken unserer Herzen zu.
So endet ein Tag im Leben eines Seminaristen: mit dem Lobpreis Gottes, dem einzigen wahren Gut, das alle unsere Tage erfüllen möge bis zur Todesstunde.

22h00: Die Lichter werden gelöscht

"Die Nacht ist der Tag, den Gott in meinem Herzen verbringt, und mein Tag ist die Nacht, in der Er abwesend ist." (Hl. Franz von Sales)

Unsere Anschrift:
Priesterseminar Sankt Petrus
Kirchstraße, 16 – D 88145 OPFENBACH-WIGRATZBAD
Tel.: (0) 83 85/92 21 0
Fax: (0) 83 85/92 21 33
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